11.06.15 – HIGHLIGHT: Rolf Gössner – Vortrag zur heillosen Verstrickung des “Verfassungsschutz'” in rechte Szenen und Parteien

„Neonazis im Dienst des Staates – Zur heillosen Verstrickung des „Verfassungsschutzes“…

Flyer-Final-GössnerA5-2015-04-24Ausgehend von der schockierenden Neonazi-Mordserie, die Ende 2011 ohne Zutun des Staats- und Verfassungsschutzes aufgedeckt wurde, widmet sich Rolf Gössner dem Inlandsgeheimdienst «Verfassungsschutz», seiner braunen Vergangenheit und politischen Ausprägung sowie seinem dubiosen V-Leute System, mit dem er Neonazi-Szenen und rechtsextreme Parteien unterwandert hat. Der Referent berichtet aufgrund eigener Recherchen über die skandalöse Verstrickung des «Verfassungsschutzes» in gewaltbereite Neonazi-Szenen sowie über die geheimdienstlichen Praktiken, kriminell gewordene V-Leute selbst gegen Ermittlungen der Polizei abzuschirmen. Und er untersucht, wie der „Verfassungsschutz» im Kampf gegen «Rechtsextremismus» agiert, ob er in seiner Ausprägung als Inlandsgeheimdienst zum Schutz der Verfassung taugt oder Fremdkörper ist in der Demokratie. Aus seinem Befund formuliert Rolf Gössner politische Konsequenzen, die für eine rechtsstaatliche Demokratie und die Bürgerrechte existentiell wichtig sind.

Der Referent Dr. Rolf Gössner arbeitet als Rechtsanwalt und Publizist in Bremen. Er ist Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte (Berlin), stellv. Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen sowie Mitglied der Deputation für Inneres der Bremischen Bürgerschaft. Mitherausgeber des jährlich erscheinenden «Grundrechte-Reports» und als solcher ausgezeichnet mit der Theodor-Heuss-Medaille 2008; 2012 mit dem Kölner Karlspreis für engagierte Literatur und Publizistik sowie 2013 mit dem Bremer Kultur- und Friedenspreis. Sachverständiger in Gesetzgebungsverfahren des Bundestags und von Landtagen.

20.15 Uhr
Hörsaal 4 der
Universität Lüneburg
Scharnhorststr. 1

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Mi. 03.06.15 – Veranstaltung: “Versagen mit System”

Zur Skandalgeschichte des (so genannten) “Verfassungsschutzes”

Veranstaltung zur Ausstellung „Versagen mit System“

Lüneburger Netzwerk gegen Rechts widmet sich der Skandalgeschichte des Verfassungsschutzes

Offiziell dient der sogenannte Verfassungsschutz (VS) als „Frühwarnsystem“ gegen Bedrohungen der verfassungsmäßigen Ordnung der Bundesrepublik. Ausgehend von der Ausstellung „Versagen mit System“ (vs-ausstellung.tumblr.com) des Forums für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) wird die These vertreten, dass der deutsche Inlandsgeheimdienst selbst eine Gefährdung der Demokratie darstellt.

Die DGB-Region Nord-Ost-Niedersachsen und das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts laden nun im Rahmen der Ausstellung „Versagen mit System“ die vom 30.05. bis 14.06.2015 an der Universität Lüneburg gezeigt wird für kommenden Mittwoch den 03.06.15 um 19 Uhr zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein. Anhand von Beispielen zeigt Frank Schubert vom Leipziger Forum für kritische Rechtsextremismusforschung, wie die Kompetenzen des VS in Reaktion auf die regelmäßig bekannt gewordenen „Pannen“ und Skandale in der Vergangenheit immer weiter ausgeweitet wurden. Etwa durch eine zunehmende aktive Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen der politischen Bildung im Rahmen des Konzepts „Verfassungsschutz durch Aufklärung“. Schließlich soll diskutiert werden, wie der VS treffend kritisiert werden kann und welche Fallstricke dabei zu vermeiden sind. Vorgestellt werden zudem aktuelle Kampagnen wie „BlackBox Verfassungsschutz“ und „Ausgeschnüffelt. Verfassung schützen – Geheimdienst abschaffen!”

Ort: Cafe PlanB, Universität Lüneburg, Scharnhorststraße 1, Gebäude 9, 1 Etage

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10. Mai 2015: Dokumentarfilm “Ozarichi” im Scala-Kino

Kurz nach dem Befreiungstag des 8. Mai zeigt die
VVN-BdA-Kreisvereinigung Lüneburg
zusammen mit dem 
“Scala-Kino” Lüneburg

am Sonntag, den 10. Mai 2015,
um 11:00 Uhr den “Ozarichi”-Dokufilm.

In der Nähe der Ortschaft Ozarichi in Weißrussland haben im März 1944 Wehrmachtstruppen der 9. Armee ein furchtbares Kriegsverbrechen begangen, bei dem innerhalb weniger Tage etwa 10.000 für die Wehrmacht “unproduktive und damit nutzlose” Zivilisten zu Tode gebracht wurden (https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Osaritschi).
Daran beteiligten sich auch Einheiten der 110. Infanteriedivision, die u.a. in Lüneburg  aufgestellt worden und z.T. dort in der Scharnhorst-Kaserne (heute Leuphana) stationiert waren. Für die toten Soldaten dieser Division steht in Lüneburg Am Springintgut seit 1960 ein “Ehrenmal”, das von der Stadt bis heute gepflegt wird. Während Veteranen dort über Jahrzehnte ihre Kameraden und deren “Pflichterfüllung” ehrten, hatten wir dieses Denkmal und diese Wehrmachtstruppe nicht im Blick. Erst als der “Manzke-Friedenspfad” es im letzten Jahr zu einer seiner Stationen machte und mit einer apologetischen Texttafel verzierte – haben wir angefangen nachzuforschen und die mörderische Geschichte herausgefunden.
Seit Anfang des Jahres ziert auch ein “Mörder”-Schriftzug dieses Denkmal, der trotz umgehend von der Stadt beauftragter Reinigungsarbeiten nicht unleserlich wurde.  “Die Welt”-Lesende unter uns hätten dieses Mörder-Tun beinahe schon früher wissen können (http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article125647121/Wehrmacht-liess-in-Lager-nutzlose-Esser-verenden.html), beinahe nur deswegen, weil in diesem Artikel die Täterschaft der 110. I.D. nicht vorkommt. Das u.a. wird nun in dem Ozarichi- Film deutlich, den die VVN-BdA in der Scala zeigen wird. Dieser Film wurde von Prof. Rass, jetzt Uni Osnabrück, 2005-2006 mit Studierenden u.a. nach Forschungen an den Orten des Verbrechens erstellt. (http://www.hsozkult.de/event/id/termine-5338).

 

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8. Mai 1945 – 8. Mai 2015

70. Jahrestag der Befreiung

Am 8. Mai 1945 wurde nahezu ganz Europa von Faschismus und Krieg befreit. In Deutschland erlebten in erster Linie die überlebenden Verfolgten, die Tausenden, die noch in den KZ´s eingesperrt waren und Widerstandskämpfer*innen diesen Tag als Befreiung. Aber auch wir alle,

die wir heute leben, verdanken die Chance eines Lebens in Frieden, Freiheit und Vielfalt den Menschen, die den Faschismus bekämpften und Nazi-Deutschland besiegten. Die alliierten Streitkräfte, unter denen die Rote Armee mit Abstand die größte Last des Krieges in Europa zu tragen hatte, sind und bleiben auch unsere Befreier*innen. Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir an den Beitrag, den der antifaschistische Widerstand in Deutschland, in der Emigration, als Teil von Partisanenverbänden und in den Streitkräften der Antihitlerkoalition geleistet hat.

 

Am 18. April 1945 besetzten britische Truppen Lüneburg und beendeten die 12jährige Herrschaft der Nazis. Am 4. Mai 1945 kapitulierten auf dem Timeloberg nahe Deutsch-Evern die deutschen Truppen in Nordwestdeutschland. Noch wenige Tage vor der Befreiung Lüneburgs mussten hier über 250 Häftlinge eines KZ-Transports sterben. Sie starben bei einem Luftangriff oder wurden

von der Wachmannschaft erschossen. Allein am 11. April 1945 wurden 60 bis 80 Häftlinge in der Nähe des Bahnhofs ermordet.

Mehr als 55 Millionen Menschen fielen Naziterror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer. Sie bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid und ihrem Leben. In nahezu allen ehemals von Nazideutschland besetzten Ländern wurden der 8. und/oder 9. Mai gesetzliche Feiertage. Genau 40 Jahre hat es gedauert, bis ein Präsident der Bundesrepublik an einem 8. Mai von Befreiung gesprochen hat. Mit Weizsäckers Rede wurde die Perspektive der Verfolgten des Naziregimes »gesellschaftsfähig«.

 

Wir fordern, dass der 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg endlich auch in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag wird.

 

Der Wiedereintritt Deutschlands in die Reihe der kriegsführenden Länder stellt einen Bruch mit dem Nachkriegskonsens »Es soll nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen« als wichtigste Lehre aus der jüngeren deutschen Geschichte dar. In vielen Ländern der Welt, im Irak, in Syrien, in der Ukraine und des afrikanischen Kontinents toben Kriege. Wieder sind deutsche Waffen – und oft auch deutsches Militär – beteiligt. Die Bereitschaft, »deutsche Interessen« erneut mit militärischen Mitteln durchzusetzen ist in Regierung und Bundestag gegen den Willen der

Mehrheit der Bevölkerung wieder politische Praxis geworden.

 

Am 8. Mai, den die Überlebenden als »Morgenröte der Menschheit« erlebt haben, wie es der als Jude und Kommunist verfolgte Résistance-Kämpfer Peter Gingold ausgedrückt hat, wollen wir heute an die Hoffnung der Befreiten auf eine Welt ohne Kriege, Elend und Unterdrückung erinnern und diese als Impuls nehmen, weiter an der Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit zu arbeiten, so wie es die befreiten Häftlinge von Buchenwald geschworen haben.

 

Der 8. Mai ist ein Tag zum Feiern, an dem es auch darum geht, einen Beitrag für die Gegenwart und Zukunft zu leisten, damit die neuen Nazis niemals eine Chance bekommen dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte zu wiederholen.

 

Freitag, 8. Mai 2015

Kundgebung und Infomeile

16 Uhr

Vor der IHK / Am Sande

Lüneburg

 

 

Lüneburger Netzwerk gegen Rechts

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Di. 25.11.14: Braune Schatten – Extrem rechte Erscheinungsformen und Aktivitäten in Bleckede

Nicht immer sofort erkennbar, aber dennoch sind auch in Bleckede rechte Jugendliche und Neonazis aktiv. Sichtbar wird dies immer mal wieder durch viele Aufkleber der NPD, neonazistischer Kameradschaftsgruppen oder der rassistischen Gruppierung der “Identitären”. Auch kam es schon mehrmals zu rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen.

Ein Gruppe von jungen Leuten aus der Region versucht hier “ihr Revier” zu markieren und macht aus ihrer rechten Einstellung keinen Hehl. Verbindungen gibt es durchaus zu organisierten Aktivisten verschiedenster extrem rechter Gruppen und Parteien.

Aus dem Ortsteil Karze stammt zudem ein rechtes Zeitungsprojekt. Auch war Bleckede immer wieder Schauplatz extrem rechter Aktivitäten, wie Ende der 1980er Jahre, wo eine rechte Skinheadgruppe aktiv war oder in der 1990er Jahre wo örtliche NPD-Aktivisten vor Ort zu wirken versuchten.

Gibt es Neonazis in Bleckede und Umgebung? Was bedeutet die “88” und wer sind die “Bleckeder Jungs”? Wie sehen die extrem rechten Erscheinungsformen und Aktivitäten in der Region aus? Welche Gefahren gehen davon aus? Diese und andere Fragen sollen mit der Veranstaltung beantwortet und Gegenstrategien erörtert werden.

[important]Dienstag, 25. November 201419:00 Uhr
Bleckeder Haus, Schützenweg, Bleckede[/important]

Es laden ein:

Bleckeder Bündnis für Toleranz
Lüneburger Netzwerk gegen Rechts
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) – Region Nord-Ost-Niedersachsen

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So. 23.11.14: Gedenkveranstaltung zum 22. Jahrestag des rassistischen Brandanschlags von Mölln 1992

anıları canlı tutma mücadelesi
das erinnern erkämpfen
reclaim and remember

Die Erinnerung zurück zu erkämpfen – an das Geschehene, an das Vergessene, an das Verschwiegene, an das unter den Teppich Gekehrte, an die Ursachen und die Folgen, an das Davor und das Danach. Diese Forderungen sind nach wie vor aktuell.

Das Haus der Familie Arslan wurde am 23.11.1992 von neofaschistischen Tätern mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige  Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt.  Zuvor hatten die Neonazis bereits einen Brandanschlag auf die Ratzeburger Straße 13 verübt, wo ebenfalls Menschen türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Gedenken ist nichts Abstraktes. Gedenken ist persönlich und darin politisch. Gedenken trägt viele Facetten in sich: Wut und Stille, Trauer und Verzweiflung. Im Gedenken und Erinnern gibt es Brüche, Veränderungen und Unterschiede. Gedenken ist lebendig. Gedenken hält die Ermordeten lebendig. Gedenken ist immer mit den Menschen verknüpft, an die gedacht wird. Es geht um die Menschen, die fehlen. Es geht um die Erinnerung derjenigen, die überlebt haben. Im Gedenken sind die Angehörigen der Ermordeten und  die Überlebenden rassistischer und neofaschistischer Gewalt unverzichtbar.

(…)

Sonntag, 23. November 2014
„Reclaim and Remember“
Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz
Ort: Vor dem Bahide-Arslan-Haus
Beginn: 15.00
Ende: 19.00 Uhr
Anschrift: Mühlenstraße 9, Mölln
Offenes Gedenken

23 Kasım 2014, Pazar günü
“Reclaim and Remember”
Bahide ve Yeliz Arslan ile Ayşe Yılmaz için herkese açık anma.
Yer: Bahide Arslan Evi’nin önü
Başlama saati: 15:00
Bitiş saati: 19:00
Adres: Mühlenweg 9, Mölln

 

(Quelle: http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com )

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Do, 06.-21.11: Ausstellung Nicolaikirche: “Opfer rechter Gewalt in Deutschland 1990 – 2012”

Vom 6. bis 21. November 2014 zeigt das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts in der St. Nicolai-Kirche die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in
Deutschland 1990 – 2012“. Die Ausstellung porträtiert Menschen, die seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer gefallen sind. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz war; manche, weil sie den Mut hatten, Neonazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, andere wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung gibt den Opfern Namen und Gesichter, sie holt sie aus der Anonymität und ruft sie in Erinnerung.
Die Wanderausstellung ist ein Projekt von Rebecca Forner und der Opferperspektive e.V..

Informationen zur Ausstellung: www.opfer-rechter-gewalt.de

Es werden Führungen durch die Ausstellungen angeboten. Anmeldungen bitte
an ausstellung@gmx.org

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Fr, 14.11.: Nach dem Brand

Dokumentarfilm, BRD 2012, 50 min, Regie und Buch: Malou Berlin credo:film

[pullquote align=”left|center|right” textalign=”left|center|right” width=”30%”]Freitag, 14. November 2014
19 Uhr
SCALA Programmkino
Apothekenstraße 17
Lüneburg
[/pullquote]

Am 23. November 1992 legen Neonazis in Mölln einen Brand im Haus der türkischstämmigen Familie Arslan. Der siebenjährige Ibrahim überlebt den Brandanschlag, bei dem drei Familienmitglieder sterben: seine Schwester, seine Oma und seine Cousine.

15 Jahre später, kurz vor der Haftentlassung der Täter, beginnen die Dreharbeiten. Die Regisseurin Malou Berlin begleitet die Familie Arslan vier Jahre bei dem Versuch, mit der Trauer und dem Trauma umzugehen. Sie zeigt auf behutsame Weise, in welchem Spannungsfeld sie sich bewegen:
zwischen den traumatischen Folgen des Anschlags und dem Wunsch nach einer unbekümmerten Gegenwart. Trotz des Zuspruchs von Verwandten, Nachbar_innen und Freund_innen gibt es für die Familie Arslan keinen normalen Alltag mehr. Der Film lässt uns an ihrem Alltag teilhaben und damit auch an der Auseinandersetzung über ihre persönliche und zugleich politische Geschichte. Nach dem Brand ist das eindrückliche Porträt einer Familie, die zwei Jahrzehnte nach dem Brandanschlag noch immer mit den Folgen der erlebten Gewalt und der Sinnlosigkeit ihres Verlustes ringt.

Die Folgen solcher Anschläge werden oftmals schnell vergessen: Was passiert mit den Angehörigen und Überlebenden? Wie gelingt es ihnen trotz der Trauer und Ohnmacht die Kraft zu finden, um für Aufklärung zu kämpfen, für Anerkennung und für ihre Würde?

Ibrahim Arslan wird an diesem Abend zu Gast im Scala-Kino sein.

Eine Filmveranstaltung im Rahmen der Ausstellung “Opfer Rechter Gewalt seit 1990″, die vom 5. bis 21. November 2014 in der St. Nicolai Kirche gezeigt wird.

Informationen zum Film: www.credofilm.de/filme/nach_dem_brand.html

SCALA-Kino: www.scala-kino.net

Informationen zur Ausstellung: www.opfer-rechter-gewalt.de

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Do, 13.11.: NSU: Rechter Terror und das Versagen des Staates

Drei Jahre ist es her, dass sich der “Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) selbst enttarnte. Zehn Morde, mehrere Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle gehen auf das Konto dieser rechten Terrorgruppe. Die Täter waren keine isolierte Zelle, sondern fest in organisierte Strukturen – nicht nur in Thüringen oder Sachsen – eingebettet.

 

[pullquote align=”left|center|right” textalign=”left|center|right” width=”30%”]

Donnerstag, 13. November 2014
19 Uhr
VHS
Haagestraße 4
Lüneburg

 

[/pullquote]

Der rechte Terror des NSU erwuchs aus dem Rassismus in der Gesellschaft, der Verharmlosung der rechten Gefahr, dem systembedingten Versagen der Geheimdienste und Behördenkumpanei. Eine Spur braunen Terrors zieht sich durch Deutschland: neun Morde mit derselben Waffe und die rätselhafte Hinrichtung einer Polizistin. Die aus der Türkei und aus Griechenland stammenden ermordeten Gewerbetreibenden wurden durch staatliche Ermittlungen kriminalisiert und es wurde gegen ihre Angehörigen ermittelt. Rassismus und neofaschistische Ideologie wurden als Motive ausgeschlossen, Spuren, die in die rechte Szene führten, wurden nicht weiter verfolgt. Fazit der zahlreichen Untersuchungsausschüsse: Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen.

Die Veranstaltung dient dem Versuch einer Bestandsaufnahme und zeigt, welches Bild sich heute vom NSU zeichnen lässt. Vom Entstehen des braunen Terrors, dessen Unterstützer aus dem „Thüringer Heimatschutz“, den Neonazi-Kameradschaften, der NPD und dem internationalen Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“sowie das jahrelange Wegschauen von Verantwortlichen aus Politik und Sicherheitsbehörden.

Eine Veranstaltung mit Katharina König. Abgeordnete im Thüringer Landtag und ehemalige Obfrau für die Linksfraktion im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss.

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Do, 06.11.: Die Möllner Rede im Exil

Bei einem rassistischen Brandanschlag am 23. November 1992 wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan in Mölln ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis bereits einen Brandanschlag auf ein anderes Haus verübt, wo ebenfalls Menschen türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Die Möllner Rede ist seit 2009 Bestandteil des Gedenkens an die Brandanschläge von Mölln. Im Jahr 2013 wollte die Stadt Mölln die Gedenkveranstaltung wieder nach ihren Vorstellungen gestalten. Vorbei an den Interessen der Überlebenden. Und wieder bestimmen, wer wann und wo spricht, und wer überhaupt eingeladen wird. Die Möllner Rede wurde als kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus aus den offiziellen Gedenkveranstaltungen gestrichen. Sie fand daher am 22.November 2013 im Hamburger Rathaus statt.

In diesem Jahr findet die Möllner Rede erneut im Exil statt. Im Rahmen der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ in Lüneburg. In diesem Jahr wird Adetoun Küppers-Adebisi die Rede halten.

[pullquote align=”left|center|right” textalign=”left|center|right” width=”30%”]Donnerstag, 6. November 2014
19 Uhr
Glockenhaus
Lüneburg
[/pullquote]


Adetoun Küppers-Adebisi ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin und schreibt an ihrer Doktorarbeit zu Gender und postkolonialem Wastemanagement zwischen Deutschland und Afrika. Die Präsidentin von AFROTAK TV cyberNomads, dem Schwarzen Deutschen Kultur, Medien und Bildungsarchiv infiltriert mit eigenen Wissensmanagement-Ansätzen den weißen Mainstream. Gegenwärtig arbeitet die Autorin und Publizistin als Lehrbeauftragte für Schwarze,- und Afrikanisch-Deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. Für ihr zivilgesellschaftliches Engagement hat die Kultur,- und Medien-Aktivistin viele nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Mutig und beharrlich verfolgt Adetoun Küppers-Adebisi ihr Ziel: eine friedliche, gleichberechtigte Gesellschaft, die frei ist von ethnischer, religiöser und geschlechtsspezifischer Diskriminierung.


Eine gemeinsame Veranstaltung vom Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992  und dem Lüneburger Netzwerk gegen Rechts.

www.gedenkenmoelln1992.wordpress.com

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