23. Mai 2009: Die Nazis wollen noch mal – Wir sind noch warmgelaufen…

Lüneburg. Am 23. Mai wollen es die Nazis erneut in Lüneburg versuchen. Christian Sternberg hat für diesen Tag einen Naziaufmarsch angemeldet.

Erst am 11. April 2009 sind sie mit einem solchen Vorhaben in Lüneburg gescheitert. Gegen den Naziaufmarsch formierte sich ein breit gefächerter Protest: An einer Bündnisdemonstration nahmen 2500 Menschen teil und rund 170 Menschen kamen anschließend zu einer Sitzblockade auf der Route der Nazis zusammen. Nachdem die Polizei die Nazis – die nur 100 Meter weit kamen – umleiten wollte und ihnen eine Alternativroute anbot, schlugen die Nazis dieses Angebot aus und es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen Nazis und Polizei. Daraufhin löste die Polizei die Naziversammlung auf.

Dieses Desaster nehmen die Nazis nun zum Anlass, um gegen Polizeigewalt und die Auflösung ihres Aufmarsches am 11. April zu protestieren.

Dem gilt es natürlich kräftig zu widersprechen und zu versuchen, den Naziaufmarsch am 23. Mai (vielleicht schon im Vorfeld) zu verhindern. Also, do it again! 

(Quelle: Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen)

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Erneute Nazi-Attacke in Lüneburg

 

Neonazi-Schmierereien am 20.04.09

Neonazi-Schmierereien am 20.04.09

In der Nacht vom 19. auf den 20. April 2009 kam es erneut zu einer Attacke von Nazis auf ein Mitglied der Lüneburger VVN-BdA. Im Eingangsbereich zur Wohnung wurden mit schwarzer Farbe Hakenkreuze sowie “Anti-Antifa” und “C 18” gesprüht.

 

An gleicher Stelle wurde schon in der Nacht zum 5. April 2009 ein Plakat der Bündnisdemo gegen den Naziaufmarsch in Brand gesteckt. Glücklicherweise besteht die Tür aus Metall und konnte sich deshalb nicht entzünden. Am Briefkasten wurde außerdem ein antisemitischer Aufkleber angebracht.

Seit Mitte März ist eine starke Zunahme von Aktivitäten von Neonazis in Lüneburg zu verzeichnen. Dabei handelt es sich vor allem um Zerstörungen von Plakataufstellern des Lüneburger Bündnisses für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus und dem verbreiten von Aufklebern der NPD und anderer Nazigrüppchen.
Hinzu kommen ein versuchter Überfall auf Lüneburger Antifaschist_innen am 25. März 2009, die Störung der SPD-Veranstaltung mit Sebastian Edathy am 1. April 2009, die Beschädigung eines Fensters des InfocafeŽs Anna & Arthur am 28. Februar 2009 sowie das Verkleben von Naziplakaten am 8. April auf dem Gelände der Universität.

Nachdem die Mini-Kundgebung der Nazis am 4. April 2009 für sie selbst sehr peinlich verlief und sie mit ihrem Aufmarsch am 11. April 2009 komplett gescheitert sind, gehen die Nazis vermutlich jetzt dazu über, einzelne Antifaschist_innen zu terrorisieren.

Das gesprühte “C 18” steht für Combat 18, eine neonazistisch-terroristische Organisation die in einigen Ländern Europas – vor allem in Großbritannien – aktiv ist. Combat 18 wurde als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerks “Blood and Honour” gebildet. Combat bedeutet Kampfeinheit, die Zahl 18 im Namen der Gruppe steht für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets (A. H.), die Initialen Adolf Hitlers.
Combat 18 wird verantwortlich gemacht für eine ganze Reihe von gewalttätigen Anschlägen, Morden sowie Mordversuchen. Von Briefbomben an schwarze Sportler bis zu Bombenanschlägen. Unter dem Namen “REDWATCH” veröffentlichten die britischen Neonazis Todeslisten von politischen Gegnern und Gegnerinnen. Einzelne Personen oder Organisationen, die darin aufgelistet wurden, sind kurz nach der Veröffentlichung Opfer eines Anschlags geworden.
Die plakative Verwendung von C18-Parolen, wie die genannte Wandsprüherei, deutet zwar nicht unbedingt auf eine strukturelle Einbindung in den militanten Untergrund hin, ist aber als deutliche Aufforderung zu gewalttätigem Vorgehen gegen politische Gegner zu werten.

Da damit gerechnet werden muss, dass es zu weiteren Aktivitäten und Attacken von Neonazis in Lüneburg kommt, ist in nächster Zeit auf besondere Aufmerksamkeit zu achten.
Die geschilderten Vorfälle verdeutlichen noch einmal die Notwendigkeit, sich gegen neonazistische Aktivitäten zu engagieren.

Lüneburg, 22. April 2009

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Kreisvereinigung Lüneburg

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NDR Info: Neonazi-Demo am 1. Mai in Hannover bleibt verboten

NDR Info exklusiv: Neonazi-Demo am 1. Mai in Hannover bleibt verboten
Zitate aus der Meldung frei bei Nennung “NDR Info”

Hamburg (ots) – Der für den 1. Mai in der niedersächsischen Landeshauptstadt angekündigte Neonazi- Aufmarsch bleibt verboten. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover nach Informationen von NDR Info am Vormittag (17. April) in erster Instanz entschieden. In der sechsseitigen Begründung verweist das Gericht unter anderem darauf, dass aus dem Teilnehmerkreis der Rechtsextremisten die Begehung von Straftaten zu befürchten sei.

Das Gericht bestätigt in seiner Entscheidung die Rechtsauffassung des Polizeipräsidenten von Hannover, Uwe Binias. Binias hatte gesagt, dass die handelnden Personen auf Seiten der Rechtsextremisten und die erwarteten Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet eine
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die Begehung von Straftaten befürchten ließen. Dabei verwies das Gericht insbesondere auf die Ereignisse vom 1. Mai 2008 in Hamburg. So
genannte ” Autonome Nationalisten” waren massiv auf Seiten der Rechtsextremen gegen Andersdenkende, Journalisten und Polizisten vorgegangen. Ein Polizeiführer aus Hamburg hatte damals gesagt: “Wenn wir nicht massiv eingegriffen hätten, hätte es möglicherweise
Tote gegeben”. Zudem hatte Binias mit “polizeilichem Notstand” argumentiert, da eine Vielzahl von Veranstaltungen die Polizeikräfte bundesweit binde.

Für den 1. Mai waren in Hannover rund 2000 Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet worden. Ob es bei dem Verbot endgültig bleibt, ist noch offen, da die Rechtsextremisten voraussichtlich den weiteren Rechtsweg beschreiten werden.

Originaltext: NDR Norddeutscher Rundfunk
(Hervorhebungen: AG-Öffentlichkeit/G)

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Bilder vom 11.04.09

Hier eine Bildergalerie der Falken-Nordniedersachsen:
(Klick auf ein Bild vergrößert es und lässt Navigation am rechten und linken Rand zu)

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Zusammenfassung des 11.April

Anbei ein Bericht der Geschehnisse am 11.04.09 der Antifaschistischen Aktion Lüneburg / Uelzen.

Lüneburg: Naziaufmarsch gemeinsam verhindert!

Der Naziaufmarsch am 11. April 2009 in Lüneburg konnte erfolgreich verhindert werden. Unterschiedlichste Aktionen gegen die Nazis, vor allem eine Sitzblockade auf der Naziroute, aber auch die Dummheit der Nazis selbst, verhinderten den Naziaufmarsch.

Die Bündnisdemo:

Der Tag begann mit einer großen Bündnisdemonstration um 10 Uhr auf dem Lambertiplatz. Knapp 2500 Menschen kamen zusammen, um gemeinsam den Nazis etwas entgegenzusetzen. Antifaschistische Gruppen aus Lüneburg mobilisierten zu einem Antifa-Block in dieser Bündnisdemo, an dem sich rund 700 Antifas beteiligten. Der Antifa-Block war deutlich wahrnehmbar und setzte eigene Akzente in der Demo.

Auf der Auftaktkundgebung sprachen Vertreter_innen des DGB, der Kirche, der SPD und der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen. Alle Redner_innen betonten, trotz der ganz unterschiedlichen inhaltlichen Positionen, das gemeinsame Anliegen. Die Vertreterin der Kirche machte in ihrem Redebeitrag deutlich, dass die soziale Situation in Deutschland eine der Ursachen für das Erstarken der Neonazis ist. Der Redner der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen betonte, dass das Auftreten von Nazis nicht losgelöst vom gesellschaftlichen Kontext zu betrachten ist und nannte die Schnittstellen von Nazis und der so genannten “Mitte der Gesellschaft”. Außerdem rief er offensiv zur Blockade des Naziaufmarsches auf.

Die Bündnisdemo zog dann laut und bei guter Stimmung durch die Lüneburger Innenstadt. Entlang des Antifa-Blocks zog die Polizei ein Spalier auf, ohne dass es aber zu Provokationen seitens der Polizei oder zu Auseinandersetzungen kam. Sämtliche Seitenstraßen, die von der Bündnisdemo Richtung Naziroute führten, waren von der Polizei abgeriegelt.

Auf der Abschlusskundgebung sprachen dann Vertreter_innen der Geschichtswerkstatt, der Grünen und der Schüler_innen. Großen Applaus erhielten die Schüler_innen für ihren Aufruf, den Naziaufmarsch zu blockieren. Während der Abschlusskundgebung spielte auch eine Hiphop-Band.

Im Anschluss an die Bündnisdemonstration gingen viele Menschen in die Innenstadt, um sich an mehreren Stellen wieder zu treffen, um es an diesem Tag nicht nur bei einer Demo zu belassen.

Das Lüneburger Bündnis für Demokratie – Netzwerk gegen Rechtsextremismus zeigte sich in einem ersten Resümee äußerst erfreut über die hohe Teilnehmer_innenzahl der Bündnisdemo. Durch vielfältige Aktionen und Veranstaltungen vor dem 11. April und eine verbesserte und vertrauensvollere Zusammenarbeit im Bündnis, wurde die größte Demonstration seit 2003 gegen Naziaufmärsche in Lüneburg auf die Beine gestellt.

Die Sitzblockade:

Kurz bevor der Naziaufmarsch am Bahnhof beginnen sollte, gelang es rund 170 Menschen eine Brücke über der Ilmenau zu besetzen und eine Sitzblockade zu beginnen. Die Sitzblockade bestand aus unterschiedlichen Menschen und Zusammenhängen und wurde über Wochen vor dem 11. April vorbereitet. Diese gute Vorbereitung führte dann zum Erfolg.

Die Polizei zeigte sich zunächst überrascht von der Aktion und stoppte daraufhin den Naziaufmarsch, der gerade 150 Meter weit gekommen war. Nach und nach wurden größere Polizeieinheiten an die Blockade herangeführt und die Blockierer_innen aufgefordert, die Straße zu verlassen. Nach mehreren Aufforderungen der Polizei verließ allerdings niemand die Straße. Daraufhin begann die Polizei damit, die ersten Reihen der Blockade abzuräumen. Dabei gingen einige Polizeibeamte brutal vor. So wurden u.a. Finger in die Augen gedrückt oder äußerst schmerzhaft die Köpfe verdreht. Die Szenen wurden von anwesenden Pressevertreter_innen dokumentiert. Die Polizei versuchte dann auch die Presse abzudrängen und in ihrer Arbeit zu behindern.

Da nach einiger Zeit unklar war, ob die Nazis überhaupt laufen würden und erkennbar war, dass sie eine andere Route bekommen sollten, stoppte die Polizei zunächst die Räumung der Blockade. Mittlerweile gelangten viele andere Demonstrant_innen in die unmittelbare Nähe der Sitzblockade und bekundeten lautstark ihre Solidarität und Freude über die gelungene Aktion.

Nachdem dann bekannt wurde, dass die Polizei den Naziaufmarsch aufgelöst hatte, kam großer Jubel in und um die Blockade auf. In den umliegenden Gaststätten knallten zum Teil die Sektkorken. Obwohl klar war, dass der Naziaufmarsch nicht mehr stattfinden würde, setzte die Polizei die Räumung der Brücke fort und will nach eigenen Angaben gegen 167 Menschen Strafverfahren einleiten.

Die Sitzblockade war die Krönung der unterschiedlichen Aktionen am 11. April in Lüneburg und hat letztendlich dafür gesorgt, dass der Naziaufmarsch nicht stattgefunden hat.

Andere Aktionen:

Neben der Bündnisdemo und der Sitzblockade kam es auch sonst noch zu vielfältigen Aktionen gegen den Naziaufmarsch. So gelang es einer Kletteraktivistin, auf dem Dach des Bahnhofs ein Transparent zu entrollen. Sie wurde dafür von der Polizei in Gewahrsam genommen. Eine andere Klettergruppe wollte vom Wasserturm, der an der Naziroute liegt, ein großes Transparent entrollen. Diese Aktion wurde nach kurzer Zeit ebenfalls von der Polizei beendet.

In der gesamten Innenstadt waren Gruppen unterwegs, die sich nach und nach an den Absperrungen der Polizei sammelten. Vielen gelang es auch, an die Absperrungen direkt an der Naziroute zu gelangen.

Eine Kundgebung der Schüler_innen, die hinter dem Bahnhof stattfinden sollte, konnte nicht stattfinden, da die Polizei niemanden dorthin gelassen hat. Die Menschen hätten über zwei Straßen direkt am Bahnhof vorbeigehen müssen.

Am späteren Nachmittag gelangten rund 150 Menschen noch vor den Naziladen “Hatecore”. Unter Polizeischutz mussten die Nazis ihren Laden schließen und vor dem Laden sorgte eine Trommelgruppe für Feierstimmung.

Einige Antifaschist_innen gelangten sogar direkt zum Bahnhof und protestierten dort gegen die Nazis.

Die Nazis:

Knapp 150 Nazis folgten dem Aufruf der Lüneburger Nazi-Kameradschaft und wollten gegen “Linke Gewalt” demonstrieren.

Die beiden “Mahnwachen”, die die Nazis vor den beiden Naziläden “Hatecore” und Black Crow Tattoo” veranstalten wollten, sind so gut wie nicht erwähnungswürdig. Im Laden “Hatecore” versammelten sich nur knapp 15 Nazis, die von dort recht zügig zum Bahnhof geleitet wurden. Im Tätowierladen “Black Crow” hielten sich nur eine handvoll Nazis auf, darunter der Ladenbetreiber Paul Plagemann.

Nachdem die Nazis nach und nach am Bahnhof eintrafen und sich nach einleitenden Worten und der Verlesung der Auflagen, noch einen Redebeitrag des Nazis Dennis Bührig aus Celle anhören mussten, formierten sie sich und gingen um 13.30 Uhr los. Allerdings war nach nur 150 Metern auch schon wieder Schluss. Da die Aufmarschroute blockiert und an den Absperrungen an der Route viele Menschen warteten, wollte die Polizei die Nazis zunächst nicht loslaufen lassen. Da die Situation in der Innenstadt unübersichtlich und die Blockade nicht leicht zu räumen war, bot die Polizeiführung eine Alternativroute an. Nachdem die Nazis diese nicht annahmen und stattdessen versuchten die Polizeikette vor ihnen zu durchbrechen, beendete die Polizei den Naziaufmarsch. Daraufhin entwickelten sich tumultartige Szenen und die Polizei ging zum Teil mit Knüppeln und Pfefferspray gegen die äußerst aggressiven Nazis vor. Einige Nazis wurden dabei in Gewahrsam genommen. Der Polizei gelang es die Gewalttätigkeiten der Nazis zu beenden und diese wieder auf den Bahnhofsvorplatz zu drängen. Als die Nazis diesen nicht verließen und noch eine Kundgebung abhalten wollten, griff die Polizei wieder ein. Die Lautsprecheranlage wurde rabiat demontiert und der gesamte Lautsprecherwagen von der Polizei weggefahren. Die Nazis wurden dann zum Teil recht unsanft in die Züge bzw. zu ihren PKW gebracht.

Einige wenige Nazis, die dann noch zum Naziladen “Hatecore” gehen wollten, wurden nach einigen Metern von der Polizei eingekesselt und nach einiger Zeit mit mehreren Taxen abtransportiert.

Kurze Redebeiträge hielten Dieter Riefling aus Hildesheim, Christian Worch aus Hamburg, Adolf Dammann aus Stade und Lasse Krüger aus Lüneburg. Alle beklagten, dass sie nicht marschieren konnten.

Für die Nazis, die in einem Redebeitrag dazu aufgefordert wurden, sich ein Beispiel an den deutschen Soldaten in Stalingrad nehmen sollten, endete der Tag in Lüneburg in einer ganz eigenen Niederlage.

Die Polizei:

Das Konzept der Polizei sah vor, die Nazis und Gegendemonstrant_innen möglichst weit voneinander zu trennen und die Route der Nazis freizuhalten. Vor dem 11. April hat die Polizei deutlich erklärt, den Naziaufmarsch durchzusetzen. Einige Äußerungen seitens der Polizeiführung ließen einen harten Polizeieinsatz erwarten.

Am 11. April trat die Polizei unterschiedlich in Erscheinung. An der Bündnisdemonstration verhielt sie sich sehr zurückhaltend und es kam zu keinerlei Provokationen. An anderen Orten versuchte sie allerdings Antifaschist_innen von den Absperrungen wegzudrängen und dabei kam es auch zu einigen Rangeleien und leichteren Verletzungen.

Mit der Bahn anreisende Antifas wurden zum Teil mehrfach durchsucht. Eine größere Gruppe wurde von einer Berliner Polizeieinheit gestoppt und die Polizei ging zum Teil mit Knüppeln auf die Antifas vor. Einige Personen wurden dabei verletzt und zwei mussten im Krankenhaus behandelt werden. Bei der anschließenden Kontrolle wurden mehrere Fahnen und Transparentstangen beschlagnahmt.

Ungefähr 41 Personen wurden kurzfristig in Gewahrsam genommen.

Auch wenn die Polizei in der gesamten Innenstadt Sperren errichtete, gelangten sehr viele Antifas direkt an die Route der Nazis. Hier zeigte es sich wieder einmal, dass es sinnvoll ist, die schwarze Jacke oder den schwarzen Pullover rechtzeitig zu wechseln und in hellerer Bekleidung die Polizeisperren zu überwinden.

Die Polizei hätte mit ihren über 2000 eingesetzten Beamten, Wasserwerfern und anderen Gerätschaften den Naziaufmarsch durchsetzen können. Dies dann allerdings nur gegen erhebliche Widerstände. Dadurch dass die Nazis ihrerseits die Polizei angriff, konnte die Polizei die Chance nutzen, den Naziaufmarsch zu verkürzen und dann schlussendlich ganz zu untersagen.

Alle die in den nächsten Tagen Post von der Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommen, können sich an die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen wenden. Gemeinsam werden wir juristische Beratung und Solidarität organisieren.

Danke!

Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen bedankt sich bei allen sehr herzlich, die sich am 11. April an den verschiedensten Aktionen beteiligt haben. Gemeinsam haben wir den Naziaufmarsch verhindert.

Besonders möchten wir uns bei den Teilnehmer_innen der Sitzblockade, die der Schlüssel zum Erfolg war, bedanken. Ihr ward super! Ein besonderer Dank geht auch an die Lüneburger Schüler_innen, die sich nicht nur zahlreich und aktiv an den Aktionen beteiligten, sondern vor dem 11. April das Thema Blockade deutlich thematisiert und trotz aller Widerstände und Einschüchterungsversuche seitens der Polizei nicht locker gelassen haben. Danken möchten wir auch allen Menschen die sich in der Struktur (EA, Infotelefon, Team im Anna & Arthur, Lauti + Technik) für den Tag eingebracht haben und so ihren wichtigen Beitrag für den Erfolg geleistet haben. Und zum Schluss möchten wir uns bei allen Menschen und Gruppen bedanken, die sich am Antifa-Block in der Bündnisdemonstration beteiligt haben.

Gemeinsam antifaschistisch aktiv werden – Zusammen gehört uns die Zukunft!

Lüneburg, 12. April 2009
Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen

Quelle: www.nazis-aufhalten.de

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Links

Hier ein paar Links zum 11.04.09.
Bilder der Nazi-Demo:
Recherche Nord

Bericht und Video der Landeszeitung:
Zum Bericht mit Video

Pressemitteilung der Polizei:
Presseportal der Polizei

Videozusammenfassung bei Graswurzel.tv:
Kein Platz für Nazis

Bericht auf “lueneburg.de”:
Zum Bericht 

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Voller Erfolg der Bündnisdemo – Nazis müssen nach Hause gehen!

Heute ist ein Feiertag der Demokratie in Lüneburg, denn die Bündnisdemonstration mit mehr als 2.500 Menschen hat ein sichtbares und friedliches Zeichen gegen die Menschenverachtung der Nazis gesetzt und das Beste:

Die Demonstration der Nazis ist verhindert worden!!!

Die am Morgen mit drei Redebeiträgen begonnene Kundgebung zeigte bereits das entschlossene Auftreten des Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus. In den Redebeiträgen der Kirchen, durch Superintendentin Frau Dr. Schmidt, der SPD-Lüneburg, durch Hiltrud Lotze und der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen, durch Olaf Meyer wurde einmal mehr betont, dass Antifaschismus eine gesamtgesellschaftliche, demokratische Aufgabe ist und nicht auf einzelne Gruppen oder Organisationen abgeschoben wird.

Die Abschlusskundgebung war von der Falken-Rap-Gruppe der Kampagne “Den Rechten die Zähne zeigen” musikalisch unterstützt. Mit ihrem Rap kam zum sonnigen Wetter der richtige “Drive” in die Kundgebung und die anschließenden Aktionen.

Die Redebeiträge der Abschlusskundgebung konnten dazu noch einen weiten Bogen schlagen: So fand die Kundgebung gegenüber des Platzes statt, an dem die 1938 abgerissene Synagoge stand. Hierzu konnte Jochen Fischer für die Geschichtswerkstatt in seinem Beitrag den Zusammenhang zwischen der Nazi-Barbarei, der die Synagoge und die jüdischen Menschen in Lüneburg zum Opfer fielen mit dem heutigen Aufmarsch der Nazis verknüpfen.
Ariane Mahlke-Voß (B’90/Die Grünen) stellte in ihrer sehr engagierten Rede den Zusammenhang zwischen Schule, Jugendarbeit und den Methoden der Nazis dar, Jugendliche für ihre Menschenverachtung zu gewinnen.

Den Höhepunkt stellten aber sicherlich die beiden Sprecherinnen der organisierten SchülerInnen dar. “Nazis sind wie Fußpilz, wenn man ihn einmal hat, bekommt man ihn nur sehr schwer wieder weg!”. Sie und die SchülersprecherInnen in Stadt und Landkreis konnten zum einen sehr viele junge Menschen mobilisieren –das Bild der Demo war von ihnen deutlich geprägt– und stellten in ihrem Redebeitrag klar, dass sie gegen alles das stehen, wofür die Nazis stehen: Ausgrenzung, Menschenverachtung, Vernichtung demokratischer Grundrechte usw…

Nach Abschluss der Bündnisdemonstration und -Kundgebung bewegten sich die meisten der Menschen durch die Stadt, wo es später gelang die Brücke am Stintmarkt zu besetzen. Über 150 Menschen widersetzten sich der Aufmarschroute der Nazis und hatten damit Erfolg: Die Nazi-Demo musste bis zum Abschluss der Räumung durch die an dieser Stelle sehr besonnen vorgehenden Polizei aufgehalten werden.

Zeitgleich zeigten die Nazis am Bahnhof ihr wahres Gesicht: Es gab mehrere Übergriffe auf Polizisten und einen Ausbruchversuch aus dem gesicherten Bereich, der aber durch starke Polizeieinheiten unterbunden wurde. Der Demoanmelder der Nazis, Christian Sternberg, brach die Verhandlungen mit der Polizei ab, ließ sich nicht auf eine Alternativ-Route ein. 

Die Stimmung in der Stadt hat sich mit dem heutigen Tag von Grund auf geändert: Das Bündnis hat mit seinem friedlichen Konzept und der entschlossenen Umsetzung von Zivilcourage gezeigt, dass es auch in Lüneburg, wie bereits in anderen Städten, möglich ist die Nazis zu stoppen!!!

Auf diesem Erfolg baut das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechts auf! Auch wenn sich die Nazis das nächste Mal in die Stadt trauen… und auch am 1. Mai in Hannover!

Vielfalt gegen Einfalt!
Gemeinsam gegen Nazis!!!

O-Töne von heute folgen...

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Falken-Rap bei Anti-Nazi-Demo

Kampagne "drdzz"

Kampagne "drdzz"

 

Die Kampagne des Jugendverbandes SJD-Die Falken im Bezirk Braunschweig heißt “Den Rechten die Zähne zeigen” (drdzz.de). Dabei setzen sich die Rap-Musiker der Falken gegen Neonazis ein.

Anfang des Monats begann eine Tour durch Niedersachsen und pünktlich zum 11. April haben die Rapper der Gruppe “Reimheit” Zeit gefunden uns hier in Lüneburg zu verstärken.

Wir können also gespannt sein, auf guten Antifa-Rap aus Braunschweig. Wann die Gruppe spielt, wird sich morgen auf der Kundgebung entscheiden. Aber garantiert ist: Ob im Rahmen der Auftakt- oder Abschlusskundgebung: Die Rapper machen den Nazis mit ihren Texten keinen Spaß!

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(Vor-)Letzte Informationen zum 11.04.

Zur Großdemonstration am morgigen Samstag, die um 10h auf dem Lambertiplatz beginnt, erwarten die Veranstalter mehrere tausend Menschen. Mittlerweile ruft der Oberbürgermeister der Stadt alle Lüneburgerinnen und Lüneburger dazu auf, sich den Protesten anzuschließen.
Wer aktuelle Informationen zum Nazi-Aufmarsch haben möchte, kann das Infotelefon anrufen, welches den ganzen Samstag besetzt sein wird’s.
Infotelefon: 0172 – 4152311
Darüber hinaus wird es am Samstag einen Ermittlungsausschuß (EA) geben.
EA 04131-48599
Dort kann angerufen werden, wenn man selbst verhaftet bzw. in Gewahrsam genommen wurde.
Mehr zum EA und Verhaltentstipps im Rahmen von Demonstrationen sind in der Broschüre “Was tun wenn’s brennt?” zusammengefasst:
http://nazis-aufhalten.de/docs/wastun.pdf
Einen Stadtplan von Lüneburg mit markanten Punkten findet sich hier:
http://nazis-aufhalten.de/docs/plan_sw.pdf

Vielen Dank an www.nazis-aufhalten.de

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Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Ungefähr 60 Menschen gedachten am gestrigen Mittwochabend auf Einladung der “Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten” (VVN/BdA) der ZwangsarbeiterInnen, die während des Nazi-Regimes in und um Lüneburg schuften mussten. Dr. Werner Preuß und Peter Asmussen fragten in ihren Redebeiträgen danach, woran es liegen kann, dass das Schicksal dieser Menschen über 50 Jahre in unserer Stadt verschüttet war. Viele der Befragten, von LehrerInnen der benachbarten Schule über unmittelbar etwas mit dem Kalandhaus zu tun habende Lüneburger erklärten meist lapidar, dass sie nichts gewusst hätten.

Kann das sein? Denn in Lüneburg wurden über 10.000 KZ-Häftlinge zu zum Teil schweren körperlichen Arbeiten gezwungen – waren also aus dem Stadtbild nicht auszublenden.

 

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Peter Asmussen fragt noch genauer: “Warum tut sich die Stadt Lüneburg so schwer ein Mitgefühl mit den Opfer des Nazi-Regimes zu entwickeln, warum denkt man so wenig mit?”

 

Dabei sprechen beide Redner aus einem großen Erfahrungsschatz, der sich in vielen Jahren der Recherche nach den Schicksalen von ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlingen bildete. Die Arbeit im Stadtarchiv war nicht immer einfach – “je näher man den Namen von NS-Tätern kam, desto schwerer wurde es weiter zu recherchieren…”. Ein Zustand der auch in anderen Städten von Geschichtswerkstätten und ForscherInnen beklagt wird. Aber es gibt auch positive Umgangsweisen mit der Geschichte in anderen Städten. Eine unterstützende Grundhaltung bei der Erforschung der jüngeren Vergangenheit.

Und so bleibt vielleicht die Hoffnung, dass durch die intensive Bündnisarbeit bei diesem Nazi-Aufmarsch –bei der mittlerweile auch der Oberbürgermeister und der Landrat öffentlich zur Zivilcourage und Teilnahme an der Bündnisdemonstration aufrufen– doch eine neue Stimmung in der Stadt entstanden ist, die weitere Forschungen stärker unterstützt und sie im Sinne einer antifaschistischen Geschichtsaufarbeitung als eigenen Wert für eine über 1000jährige Stadt begreift.

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