Neonazis sind Pisser…

In der Nacht zu Samstag wurden zwei regional bekannte Neo-Nazis dabei erwischt, wie sie an die Tür eines in Lüneburg wohnenden Antifaschisten urinierten.

Auf frischer Tat ertappt, beschimpften die beiden einen Hausmitbewohner, traten gegen und entrissen ihm sein Fahrrad. Dieser konnte bis zum Markt vor den beiden Neo-Nazis flüchten und die Polizei verständigen.

Offenbar hat die örtliche Neo-NaziSzene jeglichen Öffentlichkeitsdrang nun komplett gegen Harndrang eingetauscht. Wollen wir hoffen, dass sich das Verhalten nicht auch im Kreistag fortsetzt… Oder besser doch, damit auch die Öffentlichkeit mal was zu Lachen hat…



 Stadt Lüneburg genehmigt Heß-Gedenken

Einmaliges geschah am gestrigen Montag in der Hansestadt. Die Stadt Lüneburg genehmigte eine am vergangenen Freitag angemeldete Mahnwache des verurteiltem Neonazi-Terroristen und NPD-Kandidaten Manfred Börm aus Handorf. Damit stellt die als NPD-Veranstaltung getarnte Kundgebung am Todestag von Rudolf Heß bundesweit ein Novum dar. In allen anderen Städten werden ähnliche Veranstaltungen seit Jahren verboten. Warum die Ordnungsbehörde der Stadt an dieser Stelle einen Sonderweg geht und solch einen Aufzug von Neonazis genehmigt, bleibt völlig im Unklaren. Doch damit nicht genug. Die Stadt Lüneburg wies den Rechtsextremen den Lamberti-Platz zu, welcher direkt an der Geschäftsstelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes gelegen ist. Der DGB engagiert sich seit Jahren entschlossen gegen die Umtriebe von Nazis, so sind sie eine aktive Kraft im Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus. Dass dies zu einer direkten Gefährdung der Gewerkschafter führen kann, sah die Ordnungsbehörde wohl anders. Sie hielt es nicht einmal für nötig den DGB über den Aufmarsch von Neonazis zu informieren. Das zur selben Zeit die Arbeitsgruppe für die in Lüneburg verlegten und von Neonazis gestohlen Stolpersteine tagte, bildet nur den Gipfel der Insensibilität.

Rund 20 Kameraden aus der Region folgten den Aufruf von Manfred Börm und Lasse Bruno Krüger, welche an diesem Tag per Megaphon Reden an die meist jungen Neonazis hielten. Begleitet wurden sie von mehr als 300 Lüneburgerinnen und Lüneburger, die spontan zusammenkamen um dem rechten Spuk ihren lautstarken und kreativen Protest entgegen zu bringen. Von allen Seiten drängten die Menschen an die Polizeiabsperrung, um mit Sprechchören, Trommeln und Transparenten gegen die Rechtsextremen vorzugehen.

Um 20h wurden die Neonazis, geschützt von der Polizei, zu ihrem Ladengeschäft „Hatecore“ in der Altenbrückertorstraße gebracht. Demonstranten versperrten dabei in friedlichen Menschenketten den Abreiseweg, um den Rechtsextremen den Tag so unangenehm wie möglich zu gestalten. Die Polizei reagierte mit völlig unangemessener Gewalt. So berichteten Augenzeugen, dass die friedlichen Protestler ohne Vorwarnung mit Faustschlägen ins Gesicht und Tritten in den Unterleib niedergeschlagen wurden. Eine Strafanzeige wurde gestellt. Bereits zuvor wurde ein junger Mann durch einen Polizeihund am Arm verletzt.

Vor dem Geschäft des Neonazis Christian Sternberg sammelte sich erneut der Protest, so dass die Polizei die Neonazis mit Taxen abtransportieren lassen mussten.

Nach der versuchten Flugblatt-Verteilaktion von Neonazis am vergangenen Samstag, welche erfolgreich durch antifaschistischen Widerstand weitestgehend unterbunden werden konnte, nun die zweite desaströse Aktion von Neonazis in Lüneburg innerhalb von drei Tagen. Es bleibt abzuwarten, wie die im letzten Jahr äußerst aktive Lüneburger Nazi-Szene auf dieses Trauerspiel der vergangenen Tage reagiert.

Die Stadt Lüneburg, wie auch die eingesetzte Polizei, müssen sich den kritischen Fragen stellen. Die brutale Vorgehensweise von einzelnen Polizeikräften an diesem Tag, kann nicht kommentarlos hingenommen werden. Das Vorgehen der Stadt Lüneburg löst an dieser Stelle nur noch Befremden aus. Sollte sie auch im kommenden Jahr Neonazis einen legitimierten Rahmen für ihre Naziverbrecher-Verehrung bieten, wird sich die Hansestadt mit wachsender Beliebtheit unter den Nazis auseinandersetzten müssen. Denn dann hat sie schnell den Ruf, die einzige Stadt der Bundesrepublik zu sein, wo am 17. August Mahnwachen von Rechtextremen durchführbar sind.



 Nazis auf Lambertiplatz?

Wie soeben bekannt wurde, haben die Nazis, um Manfred Börm, von der Stadt Lüneburg den Kundgebungsort Lambertiplatz genehmigt bekommen.

Sie wollen dort von 17:30 bis 20:00 Uhr eine Kundgebung abhalten.

Wir protestieren aufs schärfste dagegen, dass sich (Neo-)Nazis mitten in der Stadt breit machen können – noch dazu in direkter Nachbarschaft zum Gewerkschaftshaus, in dem die Geschichtswerkstatt und die “Initiative Stolpersteine in Lüneburg” ihren Sitz hat.

Gerade auch vor dem Hintergrund, dass jüngst (Neo-) Nazis diese Gedenksteine geschändet, teilweise sogar aus dem Pflaster gerissen und vernichtet haben.

Dass nun solche Gruppierungen ihren braunen Gedankenmüll auf dem Lambertiplatz verklappen dürfen sollen, ist ein Affront.

Alle LüneburgerInnen sind aufgerufen dagegen vor Ort lautstark zu protestieren!



 NS-Verherrlichung stoppen!

Die Nazi-Propagandashow in Lüneburg verhindern!

Am 17. August 2009 wollen Neonazis in verschiedenen bundesdeutschen Städten mit so genannten Flashmobs an den Nazi-Verbrecher Rudolf Heß erinnern und gegen die Verbote von Heß-Gedenkmärschen protestieren.

Antifaschistische Demonstration:
Montag, 17. August 2009
18 Uhr
Marktplatz
Lüneburg



 Neonazis besetzten Hotel in Faßberg

Am Freitag, 17.07.2009 besetzten Neonazis das Landhotel „Gerhus“ im 60 km entfernten Faßberg, Landkreis Celle. Sie verschafften sich Zutritt zu den Räumlichkeiten und richteten sich dort für einen längerfristigen Aufenthalt ein. Transparente der Kameradschaft Celle hängen an der Fassade und Rechtsextreme patroulieren um das Gelände.

Hintergrund der Besetzung ist der Rechtsstreit des Hamburger Nazi-Anwalt Jürgen Rieger, um einen Pachtvertrag des Hotels. Rieger scheint die starken Neonazi-Strukturen im Landkreis Celle nutzen zu wollen, um in Faßberg ein neues Schulungszentrum zu etablieren. Ob er dabei einen gültigen Pachtvertrag hat oder nicht, beschäftigt zur Zeit die Gerichte. Die Stadt Celle hat ein gesichertes Vorkaufsrecht auf das Hotel, von dem sie auch Gebrauch machen wollte.

Am vergangenen Wochenende eskaliert die Situation erstmal am Landhotel „Gerhus“. Als in den frühen Morgenstunden eine unbekannte Gruppe Menschen das Gelände betritt fallen Schüsse. Das zuständige Amtsgericht verweigerte jedoch der Polizei die Durchsuchung des Hotels.

Anwohnerinnen und Anwohner haben sich in den vergangenen Wochen organisiert und halten tägliche Mahnwachen in Nähe des „Gerhus“ ab. Sie wollen Widerstand leisten bis die Neonazis wieder verschwunden sind.

Am kommenden Freitag, 31.07. um 9h, verhandelt das Landgericht Lüneburg über einen Antrag zur Räumung des Hotels.



 Bündnis bewertet den 23.05.09 gemischt

Podcast (Flash-basiert):

 

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Der Demosamstag am 23. Mai wurde von den Bündnismitgliedern auf ihrer jüngsten Sitzung sehr unterschiedlich bewertet. Einerseits wurde der Verlauf der offiziellen Kundgebung [alle Redebeiträge sind gekürzt im PodCast zu hören] am Stintmarkt gelobt. Es wurden vor allem diejenigen noch einmal hervorgehoben, die mit ihrem großartigen Einsatz dafür gesorgt haben, dass die stationäre Demonstration überhaupt stattfinden konnte. Das waren vor allem der DGB und die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen.

Auf der anderen Seite wurde das Konzept der Polizei kritisiert, was in seiner Massivität nicht mehr, als so eine stationäre Kundgebung ermöglichte. Die Stadt Lüneburg in ihren östlichen Wohnbereichen war nahezu total abgeriegelt. Menschen wurden massiv in ihrer Bewegungsfreiheit und vor allem in ihrem legitimen Protest behindert. Augenzeugen berichteten, dass die Polizei nur durch den Augenschein, willkürlich bewertete, wer ein potenzieller Demonstrant und wer nur Passant sei.
Die in der Presse [Lüneburger Rundschau] geäußerte Feststellung, dass der Protest in diesem Stadtteil sehr zu wünschen übrig ließ, trifft voll zu – sie passt aber nicht zu dem im gleichen Kommentar geäußerten Verständnis für die Polizeilinie. Denn diese sah vor, den Stadtteil frei zu halten von demokratischem Protest. Kein Wunder also, dass dort dann auch kein Bürgerprotest zu sehen war.

Viele Einzelaktionen der Polizei, wie das komplette Abfilmen der legalen Kundgebung oder die später im Rahmen des polizeilichen Raumkonzepts stattfindende Maßnahmen liefen aus Sicht des Bündnisses zum Teil gesetzeswidrig ab: So konnten die eingesetzten Beamten bei Personenkontrollen noch nicht einmal die gesetzliche Grundlage nennen, auf der ihr Handeln fußte. Sie nannten ihren Namen nicht (Dienstnummern scheinen sie ebenso nicht zu besitzen). In einem Fall musste ein Einsatzleiter vor Ort darauf hingewiesen werden, dass die Nennung der Gesetzesgrundlage nichts mit “Lust” zu tun habe, nachdem er auf die entsprechende Frage antwortete: “Darauf habe ich keine Lust”.
Ein anderer sagte, dass die Nennung der Gesetzesgrundlage aus “polizeitaktischen Gründen” nicht erfolgen könne…

Alles in allem war der Samstag  aus demokratischer Sicht katastrophal: Die Nazis konnten unbehelligt (und sicher auch unbeachtet) durch Lüneburg marschieren, die Menschen in Neu Hagen mussten es einmal mehr hinnehmen, dass ihr Wohnviertel mit Nazi-Aufmärschen identifiziert werden. Und die Lüneburger Bevölkerung konnte ihren Protest nicht an diejenigen richten, die es hören sollten – die Nazis!

Es gelte in Zukunft das Klima in der Stadt so zu verändern, dass hier solche Naziaufmärsche für die rechten Akteure uninteressant werden.



 Polizei setzt Naziaufmarsch durch

Unter dem Motto “Gegen Behördenwillkür – Keine Blockade der Meinungsfreiheit” fand am 23. Mai ein Naziaufmarsch im niedersächsischen Lüneburg statt. 112 Neonazis wurden durch einen polizeilich abgesperrten Ortsteil geführt.

Neben der Bündniskundgebung “Keine Neonazis in unserer Stadt” versuchten viele Antifaschist_innen zum Naziaufmarsch zu gelangen, um diesen zu stören oder aufzuhalten. Fast alle scheiterten an den weiträumigen Absperrungen der Polizei oder wurden aus der unmittelbaren Nähe zu den Nazis von der Polizei vertrieben.

Bevor die Neonazis die Stadt überhaupt erreichten, begann eine Kundgebung des Lüneburger “Bündnis für Demokratie – Netzwerk gegen Rechtsextremismus” im Wasserviertel. Rund 1000 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung, die zum Teil auf der Brücke stattfand, wo am 11. April ein Naziaufmarsch durch eine Sitzblockade gestoppt werden konnte. Das Lüneburger Bündnis beschränkte seine Aktion an diesem Tag auf eine stationäre Kundgebung, da ein Teil der eigentlich geplanten Route einer Demonstration verboten worden war.

Auf der Kundgebung sprachen neben einem Vertreter des DGB, der Dechant der katholischen Kirche, zwei Schüler_innen sowie ein Sprecher der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen.

Die Breite des Bündnisses und der Teilnehmer_innen symbolisierten zwei Transparente, die neben der Bühne zu sehen waren. Auf der einen Seite das Transparent der Lüneburger Kirchen mit der Aufschrift “Christen für Demokratie, gegen Extremismus” und auf der anderen Seite ein Antifa-Transparent mit der Aufschrift “Faschismus bekämpfen! Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!”. Trotz dieser konträren Positionen, konnte sich auf der Bündniskundgebung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, gemeinsam gegen Nazis Flagge zu zeigen, geeinigt werden.

An der Kundgebung nahmen auch rund 300 Teilnehmer_innen des BUKOs teil. Der Kongress der Bundeskoordination Internationalismus fand an diesem Wochenende in Lüneburg statt und wurde für die Aktionen gegen Naziaufmarsch zum Teil unterbrochen. Die Teilnehmer_innen des BUKOs gingen geschlossen als Demonstrationszug von der Universität Richtung Innenstadt. Unterwegs wurde sie von der Polizei aufgehalten. Erst nachdem die Demo offiziell angemeldet wurde, konnten die Menschen weitergehen. Auf der Bündniskundgebung wurden sie lautstark begrüßt.

Noch während die Bündniskundgebung lief, versuchten viele Antifaschist_innen, sich im östlichen Stadtteil Neu Hagen zu sammeln, um dem Naziaufmarsch entgegenzutreten. Allerdings wurde das Gebiet seit etwa 9 Uhr Morgens polizeilich abgeriegelt.

Im Anschluss an die Bündniskundgebung machten sich viele Menschen auf den Weg Richtung Neu Hagen. Doch die meisten wurden schon nach wenigen hundert Metern an Polizeiabsperrungen aufgehalten. An diesen postierte die Polizei zum Teil auch Wasserwerfer.

Im östlichen Stadtteil konnten sich zum Teil auch die Anwohner_innen nicht mehr frei bewegen. Die Straßen, wo die Nazis entlang laufen sollten, waren am Ende menschenleer.

Selbst in der Innenstadt fanden Polizeikontrollen statt. So durchkämmten Polizeibeamte u.a. die Busse die Richtung Osten fuhren und zwangen immer wieder ihnen verdächtige Menschen die Busse zu verlassen. Auch einige Taxen wurden aufgehalten. Die Begründung für diese Schikanen war immer wieder, dass die Polizei die Menschen verdächtigte, dass diese den Naziaufmarsch stören wollten.

Das Viertel wurde weiträumig abgesperrt. Dennoch überwanden viele Antifaschist_innen diese erste Sperrlinie. Direkt an die Route kamen dann allerdings die Wenigsten, da diese noch einmal extra gesichert war. Im Gebiet rund um die Naziroute konnte mensch sich nur wenige Meter ungestört bewegen. Immer wieder hielten Polizeieinheiten die Menschen auf und kontrollierten die Personalien. Wer dort nicht direkt wohnte, erhielt einen Platzverweis. Auch Menschen die dort ihren Wohnsitz nachweisen konnten, erhielten zum Teil Platzverweise. Insgesamt stellte die Polizei 177 schriftliche Platzverweise aus.

Rund um die Absperrungen wurden Gruppen von Antifaschist_innen, zum Teil bis zu einer Stunde, festgehalten. Fünf Personen wurde kurzfristig in Gewahrsam genommen.

Als sich der Naziaufzug durch die Straßen bewegte, versuchten Polizeibeamte, die vor dem Naziaufmarsch hergingen, dafür zu sorgen, dass sämtliche Menschen an der Wegstrecke oder an den Fenstern und Türen verschwinden, da ihre Anwesenheit die Nazis angeblich “provozieren” würde.

Letztendlich ging der Naziaufmarsch durch menschenleere Straßen. Nur aus weiterer Entfernung waren Proteste zu hören. Einige Menschen gelangten trotz allem an die Absperrungen entlang der Naziroute.

Am Naziaufmarsch nahmen 112 Personen teil. Diese Nazis reisten aus den fünf norddeutschen Bundesländern an. Als Redner traten u.a. Christian Worch, Dennis Bührig und Dieter Riefling auf.

Während des Tages waren die Nazis sichtlich darum bemüht, dass es nicht wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt und es wurde ein zurückhaltendes Auftreten verordnet.

Dennoch wurden zwei Strafverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Die Nazis blieben mit ihrer Mobilisierung weit hinter ihren Erwartungen zurück und der Naziaufmarsch an diesem Tag war dann auch der zahlenmäßig kleinste Aufmarsch seit 1999.

Auch wenn die Nazis sich lauthals über die Lüneburger Behörden beklagten, können sie sich bei der Polizei dafür bedanken, dass ihr Aufmarsch stattfinden konnte. Ein riesiges, martialisches Polizeiaufgebot sorgte für eine “ordnungsgemäße” und störungsfreie Durchführung der Naziveranstaltung. Für die geringe Anzahl der Nazis wurde ein ganzer Stadtteil abgeriegelt und die Bewegungsfreiheit für alle dortigen Menschen fast komplett eingeschränkt. Dies zeigt, dass es nur noch mit solchen polizeistaatlichen Methoden gelingt, Naziaufmärsche gegen den Willen vieler Menschen durchzusetzen.

Auch wenn es nicht gelang, den Naziaufmarsch in Lüneburg zu verhindern, war als wichtiges Signal zu erkennen, dass bei vielen Menschen der Willen vorhanden ist, Naziaufmärsche zu stoppen.

(Quelle: www.nazis-aufhalten.de)



 Nazis marschieren in Neu-Hagen

Der heute eingereichten Klage der Neonazis vor dem Verwaltungsgericht wurde nicht statt gegeben. Demo-Anmelder Christian Sternberg versuchte noch sich in die Innenstadt einzuklagen, doch dies blieb ihm verwehrt.

Somit steht fest, dass die Neonazis durch das Stadtviertel Neu-Hagen marschieren werden. Start- und Endpunkt ist um 13h der Parkplatz vor dem Behördenzentrum an der Bleckeder Landstraße.

Welche Route sie von dort aus nehmen werden ist nicht ganz klar. Der Aufmarsch wird aber grob im Wohngebiet zwischen der Bleckeder Landstraße und der Dahlenburger Landstraße  verlaufen.

Von 11h bis 13h veranstaltet das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus eine Kundgebung am alten Kran (am Stint).



 Aktueller Stand zum 23. Mai in Lüneburg – Nazis haben eine neue Route!

Nachdem sich die Situation in Lüneburg in den letzten zwei Tagen mehrmals verändert hat, hier nun der aktuellste Stand der Dinge zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch, der zu erwartenden Route der Nazis und Polizeitaktik.

Bündnis:

Nachdem die Stadt Lüneburg ein Teilverbot gegen die Bündnisdemonstration “Keine Neonazis in unserer Stadt” ausgesprochen hatte und die Veranstalter_innen mit einer Klage dagegen beim Verwaltungsgericht gescheitert sind, wird es am 23. Mai 2009 nur eine stationäre Bündniskundgebung in Lüneburg geben. Da das Demonstrationsrecht von 62 unterschiedlichen Organisationen im Bündnis massiv eingeschränkt und die ursprünglich geplante Demonstrationsroute auf ein Minimum zusammengestrichen wurde, sehen die Veranstalter_innen keine Chance mehr, eine akzeptable Route für die Demonstration zu erstreiten und werden von 11 bis 13 Uhr nur eine gemeinsame Kundgebung durchführen.

Mittlerweile ist die Anmeldung der Bündniskundgebung vom ursprünglichen Anmelder an den DGB übertragen worden.

Antifa:

Antifaschistische Gruppen aus Lüneburg rufen unterdessen dazu auf, es nicht bei der Bündniskundgebung zu belassen und auch dort auf die Straße zu gehen, wo die Nazis letztendlich laufen sollen.

Aktive Antifaschist_innen werden sich nicht von Polizeiabsperrungen abhalten lassen und sich das Recht nehmen, entlang oder auf der Route der Nazis zu protestieren. In einer Sitzblockade sehen Lüneburger Antifaschist_innen eine legitime Aktionsform, um Naziaufmärsche aufzuhalten. Dass eine solche Form des Antifaschismus auch erfolgreich sein kann, zeigte der 11. April in Lüneburg. Auch unter jetzt erschwerten Bedingungen, soll es wieder versucht werden – do it again!

Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen appelliert an alle, den Charakter der Bündniskundgebung zu respektieren und allen unterschiedlichen Gruppierungen und Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen. Die Bündniskundgebung ist nicht der Ort, von wo aus andere Aktionen ausgehen sollen. Antifaschistische Aktionen, wie z.B. Sitzblockaden, sollen dort stattfinden, wo die Nazis sind. Sämtliche Aktionen sollen sich direkt gegen die Nazis wenden und haben nicht die Lüneburger Geschäftswelt, Anwohner_innen oder öffentliche Einrichtungen wie Telefonzellen oder Bushaltestellen zum Ziel. Auf Eskalationsversuche seitens der Polizei, auch durch zivilgekleidete Polizeiprovokateure, sollte sich nicht eingelassen werden. Ziel aller Aktionen soll sein, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Nazis:

Nachdem die Stadt Lüneburg den Naziaufmarsch zunächst verboten hatte, hob das Verwaltungsgericht dieses Verbot wieder auf.

Nach dieser Entscheidung wurde den Nazis folgende Route auferlegt: Beginn soll um 13 Uhr am Behördenzentrum Ost (Bleckeder Landstr.) sein. Von dort soll es voraussichtlich über die Bleckerder Landstr., Dieselstr., Guerickestr., Bunsenstr., Bleckeder Landstr., zurück zum Behördenzentrum Ost gehen. Der Streckenverlauf Dieselstr., Guerickestr., Bunsenstr. kann auch in Entgegengesetzter Richtung gegangen werden.

In den genannten Straßen sind für den 23. Mai Parkverbotszonen eingerichtet worden.

Die Nazis kündigten unterdessen an, am Freitag noch eine Klage gegen diesen auferlegten Streckenverlauf beim Oberverwaltungsgericht einzulegen.

Die Route der Nazis liegt am äußerten östlichen Stadtrand und ist aufgrund weniger Anwohner_innen äußerst unattraktiv.

Am Behördenzentrum soll es einen durch die Polizei bewachten Parkplatz für die Nazis geben.

Mit dem Zug anreisende Nazis, sollen am Bahnhof von der Polizei in Empfang genommen werden und von dort zum Startpunkt geleitet werden.

Polizei:

Die Polizei hat angekündigt, die beiden “Streitparteien” voneinander zu separieren und wird deshalb versuchen, den östlichen Stadtteil hermetisch abzuriegeln. Außerdem soll entlang des Lösegrabens – an den Straßen Am Schifferwall und Schießgrabenstraße – eine Sperrlinie gezogen werden. Dabei werden die Brücken und Bahnunterführungen an der Lünertorstraße und Altenbrückertorstraße gesperrt werden.

Im Innenstadtbereich will die Polizei die beiden Naziläden in der Altenbrückertorstraße und Lünerstraße absichern und Einheiten einsetzten, die gegebenenfalls Absperrungen vornehmen sollen.

Es ist davon auszugehen, dass wieder mehr als 1500 Polizeibeamte eingesetzt werden.

(Quelle: www.nazis-aufhalten.de)



 Neonazis bereiten weitere Klage vor

Wie auf einer einschlägigen Lüneburger Neonazi-Internetseite heute verkündet, planen die Rechtsextremen am Freitag eine weitere Klage im Eilverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg einzureichen. Über den Inhalt der Klage schweigen sich die Veranstalter des Nazi-Aufmarsches am 23.5. jedoch aus.
Falls sich die Begebenheiten des Aufmarsches noch verändern, zum Beispiel die Routenführung, werden wir dies umgehend auf dieser Seite veröffentlichen. Da die Entscheidung der Klage wohl erst am Samstag Vormittag vorliegen wird, biete es sich an das Infotelefon zu kontaktieren bzw. die Bündnis-Kundgebung um 11h am Stint. aufzusuchen. Das Infotelfon ist unter: 0172-4152311 zu erreichen.