Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Ungefähr 60 Menschen gedachten am gestrigen Mittwochabend auf Einladung der “Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten” (VVN/BdA) der ZwangsarbeiterInnen, die während des Nazi-Regimes in und um Lüneburg schuften mussten. Dr. Werner Preuß und Peter Asmussen fragten in ihren Redebeiträgen danach, woran es liegen kann, dass das Schicksal dieser Menschen über 50 Jahre in unserer Stadt verschüttet war. Viele der Befragten, von LehrerInnen der benachbarten Schule über unmittelbar etwas mit dem Kalandhaus zu tun habende Lüneburger erklärten meist lapidar, dass sie nichts gewusst hätten.

Kann das sein? Denn in Lüneburg wurden über 10.000 KZ-Häftlinge zu zum Teil schweren körperlichen Arbeiten gezwungen – waren also aus dem Stadtbild nicht auszublenden.

 

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Gedenkveranstaltung Kalandhaus

Peter Asmussen fragt noch genauer: “Warum tut sich die Stadt Lüneburg so schwer ein Mitgefühl mit den Opfer des Nazi-Regimes zu entwickeln, warum denkt man so wenig mit?”

 

Dabei sprechen beide Redner aus einem großen Erfahrungsschatz, der sich in vielen Jahren der Recherche nach den Schicksalen von ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlingen bildete. Die Arbeit im Stadtarchiv war nicht immer einfach – “je näher man den Namen von NS-Tätern kam, desto schwerer wurde es weiter zu recherchieren…”. Ein Zustand der auch in anderen Städten von Geschichtswerkstätten und ForscherInnen beklagt wird. Aber es gibt auch positive Umgangsweisen mit der Geschichte in anderen Städten. Eine unterstützende Grundhaltung bei der Erforschung der jüngeren Vergangenheit.

Und so bleibt vielleicht die Hoffnung, dass durch die intensive Bündnisarbeit bei diesem Nazi-Aufmarsch –bei der mittlerweile auch der Oberbürgermeister und der Landrat öffentlich zur Zivilcourage und Teilnahme an der Bündnisdemonstration aufrufen– doch eine neue Stimmung in der Stadt entstanden ist, die weitere Forschungen stärker unterstützt und sie im Sinne einer antifaschistischen Geschichtsaufarbeitung als eigenen Wert für eine über 1000jährige Stadt begreift.

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